Rezension: Beruf Fotograf

Neulich habe ich das Buch Beruf Fotograf – Ein Leitfaden für angehende Berufsfotografen für einen erfolgreichen Start gelesen. Einfach weil ich Bücher dieser Art interessant finde. Dabei ging es nicht ums Fotografieren. Naja, eigentlich schon, aber aus einer anderen Perspektive: hauptsächlich der des Geschäftsmannes.

Der Einstieg

Zu Beginn beschreibt Jens Brüggemann den Beruf des Fotografen, räumt dabei mit vielen Klischees auf und kommt zu dem Schluss das der Beruf nicht für jeden geeignet ist. Vor allem nimmt er dem Beruf den Zauber des kreativen Arbeitens: freie Arbeiten sind mit kommerziellen Jobs nicht zu vergleichen.

Im Anschluss geht er auf die sachlichen und monetären Voraussetzungen ein, stellt verschiedene Wege in die Berufsfotografie vor und vergleicht Spezialist und Generalist.

Equipment

Der Autor geht der Frage nach, ob man ein eigenes Studio braucht und wenn ja, wie es beschaffen sein sollte, auf welche Klauseln man im Mietvertrag achten muss und mit welchen Kosten zu rechnen ist. Ebenso verhält es sich beim Kauf einer Studioblitzanlage und dem Thema Datensicherung.

Ein Blick ins Buch: hier die professionelle Datensicherung

Apropos Datensicherung: Die zwei Seiten (82, 83) über das Thema waren für mich die interessantesten Seiten des Buchs. Zum einen, weil das Thema an sich sau wichtig ist – nicht nur in der Fotografie – und zum anderen, weil Jens Brüggemann hier einen vielversprechenden Hersteller von Raid-Systemen ins Feld führt, den ich bis jetzt nicht kannte, aber beim nächsten Speicherausbau auf jeden fall mal testen werde: Certon.

Unternehmerisches Handeln

Equipment ist besorgt und einsatzbereit. Dann kann es jetzt los gehen. Der Autor erklärt den Unterschied zwischen freiberuflichem Arbeiten und Gewerbetreibenden, skizziert kurz, wer wann was wo Anmelden kann oder muss und stellt die Künstlersozialkasse (KSK) und die VG Bild-Kunst vor. Ich finde: Hilfreiche Antworten auf am Anfang mit Sicherheit aufkommende Fragen.

Im Anschluss stellt Jens Brüggemann seine Werbestrategie und Wege zur Kundenakquise vor. Ich bin der gleichen Meinung: Werbung ist wichtig. Immer. Aber auch: über Geschmack kann man streiten.

Nachfolgend thematisiert er verschiedene Aspekte des Fotorechts, gibt Tipps wie man sich gegen Urheberrechtsverletzungen schützen kann und liefert exemplarische Musterverträge. Ich finde: diese wenigen Seiten Fotorecht sollten eigentlich jeder verkauften Kamera als Folder beiliegen. Kurz und prägnant.

Anschließend kann man dem Autor im Büro über die Schulter schauen. Er beschreibt Angebot, Auftragsbestätigung, Abwicklung des Jobs, Rechnung und Mahnwesen. Hmm, naja, der Vollständigkeit halber gehört’s dazu.

Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Abschreibung

Ein Steuer-Kapitel hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet, finde es aber wichtig. Da zu Beginn hier wahrscheinlich die meisten Fragen auftauchen obwohl es eigentlich kein Hexenwerk ist.

Jens Brüggemann klärt zuerst die Begrifflichkeiten und führt dann sehr übersichtlich und leicht verständlich in die Umsatzsteuer-Rechnerei ein und geht dann direkt zur Einnahmen/Überschuss-Rechnung über. Auch Übungsaufgaben fehlen nicht. Am Ende des Kapitels erklärt er noch kurz die Abschreibung.

Der Schluss

Jetzt geht Jens Brüggemann noch kurz auf die Berufsaussichten ein und beschreibt den aktuellen Wandel in der Berufsfotografie.

Einen sehr gelungenen Einblick in die Welt der Berufsfotografie geben auch die neun au­then­tischen Berichte aus den Bereichen Handwerkliche Ausbildung, Studium Fotodesign, Porträtfotograf, Stockfotograf, Fotojournalist, Food-Fotografie, Digital Artist, Unterwasserfotografie und Werbefotograf am Ende des Buches.

Mein Fazit

Ich finde das Buch gut.

Titelseite des Buchs: Beruf Fotograf von Jens Brüggemann

Vieles was Jens Brüggemann beschreibt ist logisch und man käme wahrscheinlich auch selbst drauf. Dennoch ist es sehr komfortabel, Antworten auf viele Fragen, welche man am Anfang hat, gebündelt in einem Buch zu finden bzw. auf einige Fallstricke hingewiesen zu werden.

Was ich bei diesem Buch am Coolsten finde: Ich hatte beim Lesen ein Déjà-vu. Zumindest wenn man das Wort Fotograf durch Grafikdesigner ersetzt. Man könnte fast alles 1 zu 1 übernehmen. Hehe.

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