Mit der Spiegelreflexkamera auf der Skipiste

Als ich vor ungefähr 6 Jahren das erste mal auf Ski stand – ja quasi in den Bergen war – hab ich nicht im Traum dran gedacht, jemals technisches Equipment mit auf die Piste zu nehmen. Aber desto sicherer man auf den Brettl’n steht, desto mehr Zeit bleibt um sich von der fulminanten Kulisse beeindrucken zu lassen.

Gigantische Berge, schneebedeckte Flächen, Sonnenstrahlen tauchen einzelne Gipfel in warmes weiches Licht, während sich der Nebel im Tal langsam lichtet. Einfach herrlich! Wo ist die Kamera? Mist! Das nächste Mal nehme ich eine mit. Erst das Mobiltelefon, später eine wasserdichte, stoßresistente Kompaktkamera und irgendwann – Jahre später – wollte ich dann doch eine Spiegelreflexkamera dabei haben.

Also stellte sich mir – wie wahrscheinlich vielen Anderen in ähnlicher Situation auch – die Frage, wie transportiere ich die digitale Spiegelreflexkamera auf der Skipiste?

Finden der richtigen Tasche

Im Prinzip gibt es nur zwei Möglichkeiten: Toploader oder Rucksack. Für Toploader spricht, dass man schnell an die Kamera kommt ohne die Tasche abnehmen zu müssen. Dagegen spricht, dass ich diese Art des Kameratransports schon im „Flachland“ nicht leiden kann. Wie würde dass dann wohl erst in den Bergen werden? Also klare Entscheidung: ein Rucksack.

Bei der Wahl des Rucksacks setzte ich eher auf Hersteller mit Alpin-Erfahrung, als auf klassische Kamerataschenhersteller.

Mein Hauptauswahlkriterium war das Vorhandensein eines Rückenprotektors. Das scheint mir ein vertretbarer Kompromiss zwischen Schutz des Equipments und dem eigenen Schutz im Falle eines Sturzes.

Der Ortovox Free Rider 26: Ein Neoprenhüftgurt mit Klettverschluss sorgt für bombigen Halt und ist am Lift schnell geöffnet. Auch mit Skihandschuhen.

Der Ortovox Free Rider 26 im Profil

Der Ortovox Free Rider 26 im Einsatz

Letztendlich standen der Deuter Descentor EXP 22 und der Ortovox Free Rider 26 zur Wahl. Meine Tendenz ging Richtung Deuter. Der war aber zu dem Zeitpunkt nirgendwo lieferbar, weshalb es der Ortovox wurde.

Kompressionsriemen und wasserabweisende Reißverschlüsse am Ortovox Free Rider 26

Materialschlaufe zur Befestigung von Ski am Ortovox Free Rider 26

Der Rückenprotektor des Ortovox Free Rider 26

Verwechslung ausgeschlossen: Farblich getrennte Reißverschlüsse für Vorderfach und Hauptfach

Ohne den Deuter jemals getestet zu haben die richtige Entscheidung. Der Ortovox ist einfach Hammer. Hätte ich nicht für möglich gehalten. Wirklich.

Die Kamera im Rucksack

Jetzt musste ich nur noch eine Möglichkeit finden, wie ich die Spiegelreflexkamera sicher, trocken stoßgeschützt und schnell griffbereit im Rucksack verstaue.

Da hab ich die tollsten Varianten probiert. Vom einwickeln in ein Handtuch über das Einlegen einer „normalen“ Fototasche in den Rucksack bis hin zur Integration eines B&W Outdoorkoffers in den Rucksack. Alles nicht optimal. Bis ich dann auf eine so einfache wie günstige und zuverlässige Lösung gestoßen bin.

Tupperboxen. Also eher EMSA-Boxen. Die sind 100 % wasserdicht, schützen bei leichten Stürzen das Equipment, während der Protektor mich schützt. Und sollte es mal ordentlich scheppern, dann tippe hoffe ich, gibt die EMSA Box nach – und zwar vor mir. Im Gegensatz zu einem B&W Outdoorkoffer.

Welche EMSA-Box mit welchem Inlays für welche Kamera am besten passt muss jeder für sich selbst rausfinden. Perfekt passt beispielsweise die EMSA 2,4 L Box für die Nikon D3100 mit dem 18-200 mm Objektiv. Dazu noch das Novoflex Einschlagtuch S und es passt wie angegossen. Minimales Spiel. Besser könnte es nicht sein. Wie maßgefertigt. In alle drei Richtungen. Durch das Novoflex-Einschlagtuch kann man – einen Schutzfilter vorausgesetzt – sogar auf den Objektivdeckel verzichten. Also Zeitersparnis beim Ein- und Auspacken und beim Fotografieren liegt ein Teil weniger rum. Die Gegenlichtblende kann man – je nach Geschmack – umgedreht am Objektiv belassen oder abnehmen. Beides ist möglich. Außerdem bringt man die Emsa-Boxen selbst mit Handschuhen schnell auf und wieder zu.

Die Basis: eine EMSA 2,4 L Box

Die EMSA 2,4 L Box mit dem Novoflex Einschlagtuch S

Die EMSA Box mit Nikon D3100 und angesetztem 18-200 mm Objektiv

Die EMSA Box: Die Kamera ist perfekt verstaut

Das Hauptfach des Ortovox Free Rider 26 ist rückseitig über einen Reißverschluss und normal von Vorne erreichbar. So hat man immer schnellen Zugriff auf die Box mit der Kamera.

Der Ortovox Free Rider 26: Vorder und Rückseite

Für andere Kameras muss man sich wahrscheinlich andere Boxen suchen. So experimentiere ich beispielsweise im Moment für die Nikon D700 mit aufgesetztem 50 mm f/1.4 mit der EMSA 3,1 L Box und Schaumstoffeinlagen.

Fazit und Ausblick

Im Moment bin ich der Meinung, dass dies für mich der bestmöglichste Weg ist, um beim Skifahren Bilder mit einer digitalen Spiegelreflexkamera zu machen und dabei die Kamera geschützt zu transportieren.

Ich will aber mehr!

Ich will mehr Skifahren. Besser werden. Meinen Fahrstil optimieren. Dabei ist eine DSLR-Box im Rucksack eher störend.

Ich will aber auch mehr Fotografieren. Besser. Hochwertiger. Am Berg. Mit der Nikon D700 und den 2.8er Zoomobjektiven. Mit dem Equipment kann ich aber unmöglich Skifahren.

Deshalb werde ich mich zukünftig vorher entschieden, ob ich Skifahren gehe und nebenbei ein paar Bilder machen will oder ob ich am Berg Fotografieren will und dazu meine Ski mitnehme.

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1 Kommentar

  1. Früher (bevor meine Canon G11 im Fluss badete) hatte ich diese kompakte Kamera immer in der Seitentasche der Jacke. Ich kam schnell ran und ich hatte nie das Gefühl, dass ich beim Sturz mehr als nene blauen Flack davon tragen würde. Bin aber nicht gestützt.

    Allerdings hatte die Kamera mit dem bescheidenen Objektiv den Nachteil keine hochqualitativen Bilder zu produzieren. Dazu war das Objektiv einfach zu günstig. Dafür konnte ich tolle Videos auf der Piste machen.

    Tja jetzt werde ich wohl auch einen Rucksack mit DSLR mitnehmen und jeden Tag entscheiden, ob Skifahren oder Fotografieren.

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