skiaktiv 2013 in Ratschings/Jaufen

Skikurs in Ratschings/Jaufen

skiaktiv 2013 in Ratschings/Jaufen

Am 20. Januar 2007 stand ich das erstmal in meinem Leben überhaupt auf Skiern. Dabei musste ich nicht alleine mit den Startschwierigkeiten kämpfen, sondern hatte das große Glück, in einer Gruppe mit ausgezeichnetem und sehr geduldigem Skilehrer unterwegs zu sein. Für mich damals, als absoluter Anfänger, sehr ideal. Nach zwei Tagen passierte es dann: mich erwischte das Skifahrer-Virus – und hat mich bis heute nicht mehr los gelassen.

Während das Skigebiet noch im Schatten liegt, werden die ersten Gipfel schon von der Sonne angeschienen

Während das Skigebiet noch im Schatten liegt, werden die ersten Gipfel schon von der Sonne angeschienen

Weil mir das Wochenende im Januar 2007, übrigens am Stubaier Gletscher, so gut gefiel, wollte ich unbedingt noch mal mit genau diesem Skilehrer Skifahren gehen und hab‘ mich das Jahr drauf für skiaktiv2008 im Skigebiet Ratschings/Jaufen in Südtirol angemeldet. Er organisiert diese Veranstaltung immer.

Was ist skiaktiv?

Schwierig zu beschreiben. Ich würde sagen, es ist ein Skikurs für ambitionierte Skifahrer, die Interesse daran haben, ihren Fahrstil zu verbessern oder zu optimieren. Der Kurs geht über vier Tage, findet meist Ende Januar im Skigebiet Ratschings/Jaufen statt und wird von drei ortskundigen DSV-Skilehrern bzw. DSV-Instruktoren (so ganz schnall ich die Unterschiede nicht) hier aus meiner Gegend veranstaltet. Dabei steht neben dem Carven, je nach Wetter- und Schneeverhältnissen, auch Varianten-, Puckelpisten-, oder Tiefschneefahren auf dem Lehrplan.

Stefanshof in Kalch: Warten auf den Bus

Stefanshof in Kalch: Warten auf den Bus

Dazu kommt abends in der Pension, wir wohnen im Stefanshof in Kalch am Jaufenpass, noch ein bisschen Theorie – und vor allem viel Spass.

Ich war mittlerweile das sechste Mal mit skiaktiv dabei. Ich finde, dass spricht für sich und ich könnte den Blogpost hier beenden. Hehe.

Auf der Piste – die Praxis

Neben verschiedenen Übungen zum Lernen des optimalen Bewegungsablaufs auf Basis des aktuellen DSV-Lehrplans (welcher sich scheinbar auch hin und wieder mal ändert) sind es vor allem die kleinen Hinweise und Tipps, die mir helfen, den Stand auf dem Ski zu verbessern und manchmal zu einem völlig neuen Fahrgefühl führen. Allein das wäre die Teilnahme schon wert. Aber nicht nur das.

Blick Richtung Sterzing über das Skigebiet Ratschings

Blick Richtung Sterzing über das Skigebiet Ratschings

Daneben werden zu Beginn und am Ende des Kurses Videoaufnahmen von jedem Teilnehmer gemacht und am Abend im Hotel analysiert. Ich finde, es ist dem Lernprozess sehr förderlich, wenn man sich selbst fahren sieht. Dabei wird man vom Profi auf die Fehler im eigenen Fahrstil hingewiesen und bekommt viele – oder manchmal auch nur einen – hilfreiche Tipps zur Behebung selbiger. Ich stell‘ dabei regelmäßig fest, dass der eigene Fahrstil ganz anders aussieht, als er sich anfühlt. Verrückt.

Abends, im Hotel – die Theorie

Neben der schon angesprochenen Videoanalyse ist mal dies und mal jenes Gegenstand der Vorträge. Diese Jahr hat sich scheinbar was an den Lehrplänen geändert. Außerdem weiß ich jetzt, dass es neben dem DSV (Deutscher Skiverband) auch noch den DSLV (Deutscher Skilehrerverband) gibt und sich beiden Verbände wohl besonders toll mögen, obwohl sie ähnliche, wenn nicht sogar identische, Lehrpläne haben. Naja, sei es, wie es sei, Themen wie diese interessieren mich eh eher weniger.

Spannender finde ich schon Vorträge über Material und Trends in der Entwicklung. Wo liegt beispielsweise der Unterschied zwischen Carving-Ski und Rocker-Ski? Weshalb lässt sich der eine neben der Piste leichter fahren und ist er überhaupt für jedermann geeignet?

Klar, alles Themen, die jemanden nicht zu einem besseren Skifahrer machen, aber ein bisschen Hintergrundwissen schadet ja auch nicht.

Nützlicher finde ich Buchtipps. In diesem Jahr wurde beispielsweise Besser Skifahren – Das Trainingsbuch von Norbert Hanner und Max Holzmann vorgestellt. Darin findet man die Theorie noch mal zum Nachlesen und super schön illustriert. Ich hab’s mir gleich bestellt – bei 15 Euro für ein Fachbuch kann man nicht meckern.

Tagsüber fallen auf der Piste häufiger mal Sätze wie: „Für hochwertiges Kurvenfahren muss die resultierende Kraft genau den Skimittelpunkt treffen.“ Als g’lernter Physiklaie denk ich mir bei solchen Sätzen jedesmal: „Hä?“ Aber im Buch ist das super wirklich verständlich beschrieben und bebildert. Jetzt weiß auch auch, wo, vor allem welche, welche Kräfte wirken müssen – für hochwertiges Kurvenfahren.

Meine skifahrerische Entwicklung

Das Skigebiet Ratschings/Jaufen ist nicht wirklich groß, aber für skiaktiv Zweck super geeignet. Ich habe über die vergangen Jahre die Pisten ziemlich intensiv kennengelernt – würde ich mich behaupten trauen.

Dabei kann ich meine eigene Entwicklung optimal verfolgen. Ich kann mich, zu Beginn, vor sechs Jahren, noch an Hänge erinnern, an denen ich oben mit Herzklopfen und dem Gedanken „Oh my God, da soll ich runterfahren? Das geht doch gar net!“ stand und dann eine gefühlte Ewigkeit brauchte bis ich unten war.

Heute fahr‘ ich mit dem Gefühl über die selbe Hangante, gleich den Boden unter den Füßen zu verlieren, dann noch ein paar Schwünge – zack, zack, zack – und unten bin ich. Ohne viel nachzudenken, als Teil einer langen Abfahrt. Wahnsinn.

Ski suchen, meinen Ski, im Gelände unterhalb des Saxnerlifts: Die Spuren

Ski suchen, meinen Ski, im Gelände unterhalb des Saxnerlifts: Die Spuren

Sollte ich an einer Kante tatsächlich mal –etwas mehr – den Bodenkontakt verlieren, staubt’s danach meistens ordentlich. Alles in allem find ich den Prozess schon cool, irgendwie, wenn ich so d’rüber nachdenke.

Skikurs hin, Skikurs her – ich bin Fotograf

Natürlich kann ich es mir trotz Skikurs nicht verkneifen, hier und da mal ein Bild zu machen. Zumal das Wetter dieses Jahr fast durchgehend gut war.

Wie immer gilt, ein Klick auf die Bilder macht sie größer und mit den Pfeiltasten Deiner Tastatur kannst Du vor und zurück navigieren.

Schneeskulptur in Ratschings

Schneeskulptur in Ratschings

Gefrorener Blick ins Passaiertal

Gefrorener Blick ins Passaiertal

Gefrorenes Pistenschild im Skigebiet Ratschings

Gefrorenes Pistenschild im Skigebiet Ratschings

Mond über Ratschings

Mond über Ratschings

Wolken am Gipfel. Im Skigebiet Ratschings

Wolken am Gipfel. Im Skigebiet Ratschings

Regenbogen am Abend beim Übergang zwischen Skigebiet Ratschings und Kalcheralm

Regenbogen am Abend beim Übergang zwischen Skigebiet Ratschings und Kalcheralm

Kalcheralm am Jaufenpass in Südtirol

Kalcheralm am Jaufenpass in Südtirol

Blick Richtung Sterzing

Blick Richtung Sterzing

Schneeskulptur in Ratschings

Schneeskulptur in Ratschings

Sesselfahren mit 2117 of Sweden

Sesselfahren mit 2117 of Sweden

Talblick von Kalch

Talblick von Kalch

Lawinenabgang neben der Piste

Lawinenabgang neben der Piste

Licht- und Schattenspiel am Saxnerlift im Skigebiet Ratschings

Licht- und Schattenspiel am Saxnerlift im Skigebiet Ratschings

Die Sonne über dem Passaiertal

Die Sonne über dem Passaiertal

Am letzten Tag: nochmal bisschen sportlicher mit 12.550 Höhenmeter

Am letzten Tag: nochmal bisschen sportlicher mit 12.550 Höhenmeter

Ein letzter Blick von der Bergstation Rinneralmlift im Skigebiet Ratschings

Ein letzter Blick von der Bergstation Rinneralmlift im Skigebiet Ratschings

Impressionen in bewegten Bildern

Neben dem Fotografieren habe ich im Moment auch eine Video-Phase. Wobei ich mir momentan nicht mal sicher bin, ob es nur ’ne Phase ist. Den Clip hab‘ ich größtenteils mit der Sony DSC RX100 produziert. Daneben kam noch eine GoPro und ein schon etwas älterer Panasonic Camcorder zum Einsatz. Aber auch egal, viel Spass mit meinen Eindrücken von skiaktiv2013 im Skigebiet Ratschings/Jaufen.

Mein Fazit

Ich fand‘ die vier Tage in Südtirol tipptopp. Leckeres Essen, viele nette Menschen, Berge, Schnee, Skifahren und dabei noch was gelernt. Keine Frage, nächstes Jahr wieder.

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