Workshop: Onelight-Setups mit Systemblitzen

Onelight-Setup mit Systemblitzen am fotografieCampus in Nürnberg

Vergangenen Samstag fand am FotografieCampus in Nürnberg zum ersten Mal der Workshop One-Light Setups mit Systemblitzen von Blogger- und Fotografenkollege Christian Horn aka Lucky statt. Ein sehr interessanter und lehrreicher Nachmittag.

Der Beginn

Für mich fing es gleich interessant an – auch wenn es nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun hatte. Lucky hatte die Präsentationsfolien als JPEGs mit ins Lightroom integriert. So lässt sich Bild- und Content-Präsentation wunderbar miteinander kombinieren, ohne auf Zusatzinformationen und Zoom bei den „Picture-Slides“ verzichten zu müssen. Einfach und effizient – aber man muss erst mal drauf kommen. Aber ich schweife ab …

Wir wären beim Workshop fünf Teilnehmer gewesen. Leider musste wegen Krankheit jemand kurzfristig absagen, ein weiterer Teilnehmer hing im Verkehr fest. So waren wir nur noch zu dritt – ein absolut intensiver Workshop also. Perfekt.

Der Ablauf: Die Theorie

Der Workshop bestand aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, wobei der Theorieteil ungefähr einviertel der Zeit vereinnahmte.

Christian (Lucky) Horn während des Workshops

Dabei wurden die Gründe analysiert, weshalb man überhaupt Blitzen sollte (oder auch nicht), was Blitzlicht für ’nen Einfluss auf den Bildkontrast hat – vor allem aber wurde schnell deutlich, das Blitzbild nicht gleich Blitzbild ist.

Wir gingen, den Weg vom Available-Light Bild über den Aufklapp- und Aufsteckblitz hin zum entfesselten Blitzen, erstmal theoretisch.

Besonderes Augenmerk lag dabei vor allem auf den Auslösemöglichkeiten. Denn irgendwie muss die Kamera dem Blitz ja erklären, wann er wo wie viel Licht abgeben soll. Hier gibt es ziemlich intelligente, aber auch ziemlich „dumme“ Lösungen, sowohl kabel-, licht-, als auch funkbasierend. Je nachdem, ob der Blitz auf der Kamera, in der Nähe der Kamera oder von der Kamera weit entfernt steht.

Daneben bekamen wir noch Infos zu nützlichem Equipment, an das man als Available-Light-Fotograf erst mal nicht denkt – bzw. glaubt, dass es solche Sachen überhaupt gibt. Was ist schon ein Spigot oder eine Super Clamp? Und wozu brauch‘ ich das?

Das erfreuliche dabei war, das man weder superteure Blitze noch besonders viel Equipment benötigt, um mit dem entfesselten Blitzen – da soll die Reise hin gehen – beginnen zu können. Alles in allem, ca. 200 € und man ist startklar. Das klingt doch nach einem Experiment?

Anschließend zeigte uns Lucky noch einige seiner One-Light-Setup Bilder und erzählte ein bisschen über die Entstehungsgeschichten – weshalb die Dinge in der jeweiligen Situation so und nicht anders umgesetzt wurden. So was macht bei mir immer Lust auf mehr, auf selbst ausprobieren. Perfekt, denn drauf folgte der Praxisteil.

Der Ablauf: Die Praxis

Der Praxisteil fand auch gleich im Workshop-Raum statt. Ein bisschen die Tische verrückt und los ging’s. Nein, das war keine Notlösung, sondern ganz bewusst so gewählt. Es erinnerte ein bisschen an die heimelige Situation, wenn man im Wohnzimmer beginnt, Couch und Tisch zu verschieben um Raum fürs fotografische Experimentieren zu schaffen. Realitätsnah sozusagen.

Ausgeleuchtet mit einer 90cm Oktabox und fotografiert mit einer 85 mm Festbrennweite bei f/1.8

Als Model stand wieder die bezaubernde Manuela zur Verfügung – auch wenn es an diesem Nachmittag vielmehr darum ging, die Lichtsetzung und Variationsmöglichkeiten zu verstehen, als wunderbare Fotos zumachen.

So war es doch sehr erstaunlich, wie schnell man vom klassischen, totgeblitzten Bild, wahrscheinlich der Grund, weshalb viele den Blitz nicht mögen, hin zu superweich ausgeleuchteten Portraits kommt. Erst mit dem Blitz auf der Kamera und später auch mit entfesseltem Blitz.

Ich hätte es nicht gedacht, aber auch eine 90 cm Oktabox kann mit den kleinen Systemblitzen verwendet werden

Kann man sich fast nicht vorstellen, wie wenig Veränderung ausreicht, den Blitz vielleicht ein paar Grad drehen oder in der Position minimal variieren, um eine völlig andere Bildwirkung zu bekommen. Ich war begeistert.

Erklärung der Lichtsituation am Bildresultat

Für ein besseres Verständnis kam jeder Teilnehmer einzeln zum Fotografieren. Dabei wurde die jeweilige Kamera via Kabel mit dem Notebook und Beamer verbunden, sodass alle Teilnehmer die Ergebnisse und Luckys Anmerkungen zur Lichtführung nachvollziehen konnten. So war auch ratzfatz für jeden ersichtlich, zu welchem Resultat eine Veränderung an der Lichtquelle führt.

Bildidee: indirektes Blitzen über ein Notizbuch - Step 1

Bildidee: indirektes Blitzen über ein Notizbuch - Step 2

Bildidee: indirektes Blitzen über ein Notizbuch - Step 3

Praxisteil im „OneLight Setup mit Systemblitzen“ Workshop

Ich glaube, insgesamt haben wir in drei Stunden nahezu 20 verschiedene Setups fotografiert – und das alles mit nur einem Blitz! Okay, hin und wieder kam noch ein Reflektor zum Einsatz. Aber ob das eine weitere Lichtquelle ist – darüber lässt sich’s hervorragend diskutieren. Und wenn man das Ergebnis betrachtet, ist’s sowieso egal – hauptsach‘ das Bild sieht gut aus.

Mein Eindruck

Ich fand, Lucky war fachlich absolut sicher und weiß wovon er spricht, erklärt gut nachvollziehbar und an anschaulichen Beispielen. In der Praxis verstärkte sich dieser Eindruck weiter.

Ich glaube, es gibt keinen Knopf oder Menüpunkt an seinen Blitzgeräten oder Kameras, welche er noch nicht verwendet hat, oder zumindest weiß, dass es diese gibt. Auch bei auftretenden Problemen an Kameras von Teilnehmern, egal ob Nikon oder Canon, wusste er Rat.

Ich hatte die Frage noch nicht ganz verstanden, hatte Lucky schon die Antwort parat. Aber nicht eine kurze Antwort, sondern eher so im Stil von: „Das versteckt sich im Menüpunkt XY und Unterpunkt AB. Falls es dann noch nicht geht, müsst du evtl. noch die Belichtungsmessmethode variieren und den Fokusmodus wechseln.“ So oder so ähnlich, ohne drüber nachzudenken, aus dem Effeff. Wahnsinn. Fand ich sehr beeindruckend, und ich glaube, ich kenn mich auch ein bisschen mit meiner Kamera aus.

Mein Fazit

Alles in allem würde ich sagen, richtet sich der Workshop an ambitionierte Einsteiger und Fortgeschrittene, die ihre Kamera bedienen können, aber mit ihren Bildergebnissen, bei denen ein Blitz verwendete wurde, noch nicht zufrieden sind.

Das wird sich nach dem Workshop ändern. Bestimmt. Zumindest war das bei mir so.

Daneben gab Lucky während des ganzen Workshops nützliche Tipps rund um den Fotografenworkflow, dem Einsatz kleiner Helfer und plauderte hier und da noch aus dem Nähkästchen. Alleine deshalb hat sich für mich der Besuch schon gelohnt.

Abschließend möchte ich mich noch bei Lucky für die Einladung bedanken. Ich bin sehr gerne gekommen.

2 Kommentare

  1. Hallo Christian,
    hier hast du mal wieder einen tollen Artikel geschrieben. Es ist genau das was ich eigentlich immer schon mal machen wollte. Einen Blitz Kurs mit einem Blitz. Den hätte ich wirklich mal dringend nötig. Dein Artikel zeigt, dass sich professionelle Kurse anscheinend doch lohnen können. Vielen Dank für den Tip.
    Gruß Jan

    • Hallo Jan,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Das stimmt, ein Kurs, Seminar oder Workshop lohnt sich auf jeden Fall. Man konnte sich die Infos auch anlesen, üben und probieren, aber das dauert so lange. 😉
      Und was das Blitzen betrifft, das ist echt verrückt, wie sich Bilder dadurch, zum Positiven, verändern können, wenn man weiß, worauf man achten muss.

      Viele Grüße
      Christian

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