Arbeiten aus dem Koffer

Mein mobiles Büro im kleinen Landhaus Oberstdorf, Tiefenbach

Mein mobiles Büro im kleinen Landhaus Oberstdorf, Tiefenbach

Neulich bin ich im Netz auf einen interessanten Artikel gestoßen: Arbeiten, wo andere Urlaub machen – oder lieber nicht? Ich würde sogar weiter fragen: Geht das überhaupt? Ich meine so richtig und effektiv?

Denn wer kennt es nicht? Der lange geplante Trip steht an, aber ein Blick in die aktuelle ToDo- und Terminliste erlaubt ihn plötzlich eigentlich nicht mehr. Als Kompromiss packt man das Notebook ein – mit dem Vorsatz: den Rest mach ich halt einfach Abends im Hotelzimmer. Natürlich passiert dann aber Abends nichts mehr oder nicht mehr wirklich viel. Ganz anders als geplant.

Dennoch finde ich den Gedanken sehr reizvoll: Arbeiten ganz in der Nähe von Schnee, Bergen und Skipisten. Es käme also mal auf einen Versuch an.

Das Experiment

Wie es der Zufall so wollte, bekam ich zwei Tage, nach dem ich den oben genannten Artikel gelesen hatte, es war Mittwoch, einen Anruf, ob ich nicht Lust hätte, für eine längere Zeit ins Allgäu zu kommen? Der Haken an der Sache war nur, ich müsste am Freitag, also zwei Tage später, schon los. Echt verrückt. Aber perfekt für den Selbstversuch.

Ich hatte also noch einen Tag, den Donnerstag, Zeit, um die notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Ich brauchte noch ganz dringend Tourenski und Notfall-Ausrüstung und für den Transport des Büro-Equipments musste noch schnell ’ne Lösung her.

Mein mobiles Büro, deluxe

Ich arbeite als freiberuflicher Grafik-Designer und Fotograf. Nach mehreren kläglichen Selbstversuchen kam ich zu der Einsicht, dass InDesign, Photoshop, Capture One, etc auf einem 13″ Retina Display (oder auch 15″ oder 17″ Notebook-Display) für mich nicht wirklich das Gelbe vom Ei ist. Es will einfach kein wirklicher Flow aufkommen.

Also musste für dieses Experiment der 27″ iMac mit. Die dazu gehörigen Files, Datenarchiv, Photoarchiv und aktuelle Projekte, hatte ich jeweils als Kopie auf den kleinen Western Digital Elements Festplatten dabei.

Als Transport-Box entschied ich mich für eine Pelicase 1630, mit der ich schon länger, zwar als Box für Fotoequipment, liebäugelte. Da passt der 27 Zoll iMac wirklich ganz genau rein und im unteren Bereich hat man noch genügend Platz für Kram wie Tastatur, Festplatten, Akkus, Ladegeräte, Adapter und Stromkabel. Allerdings ist der Preis für Box auch eine ziemliche Hausnummer. Aber ich vermute, sicherer kann man seine Ausrüstung nicht transportieren.

Mein Fazit

Mit diesem Setup war ich die vergangen 16 Tage im Allgäu und es hat wirklich hervorragend funktioniert. Ich konnte super Arbeiten – schnell, effektiv und dem gleichen Drive wie Zuhause. Perfekt. Natürlich hatte ich keine 2,4 qm Arbeitsfläche, konnte den Schreibtisch nicht mit einem Handgriff in der Höhe verstellen und saß auch auf keinem HAG Capisco. Aber dafür entschädigt die unmittelbare Nähe zu den Bergen, Schnee und Skipisten allemal.

Ich für mich kann nach den vergangen zwei Wochen im Allgäu sagen: „Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Es funktioniert.“

3 Kommentare

  1. Ein interessanter Artikel 🙂 Ich glaube, mir würde das auch gefallen. Ich würde dann aber lieber ans Mittelmeer. Ich denke, wenn man wirklich jeden Tag arbeitet, dann kommt da auch die Routine und allein der Ausblick, den man hat, der motiviert doch auch.

    Ich hab, als ich sechs Wochen in Spanien war, auch für die Uni einiges machen müssen, und das hat auch geklappt. Zwar bisschen anderes Beispiel, aber im Endeffekt kommt dasselbe bei raus: Es funktioniert, wenn man will 🙂

  2. Bei Selbständigen mag das sein, dass sie ihr Büro mit in den Urlaub nehmen müssen. Schliesslich verdienst Du Dein Geld damit. Ich für meinen Teile versuche nach Möglichkeit das Notebook zuhause zu lassen, während wir urlauben. Maximal ist der Foto dabei.

    • Hallo Harald,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Dein Weg ist natürlich der ideale und manchmal ganz gut. Durch das ganze Equipment war/bin ich dafür ziemlich flexibel. Denn dann ist’s – zumindest bei mir – fast egal, ob ich eine Woche oder 2 Monate unterwegs bin. 😉

      Viele Grüße
      Christian

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