Skido – die Skisafari in den Dolomiten

Skido Skisafari in den Dolomiten: hier bei den Cinque Torri

Skido Skisafari in den Dolomiten: hier bei den Cinque Torri

Neulich, eigentlich vom 9. bis 14. März 2014, war ich auf Skisafari in den Dolomiten. Unterwegs, um das Konzept Skido Dolomites kennenzulernen. Es war eine interessante, abwechslungsreiche und äußerst kurzweilige Woche mit vielen Eindrücken. Quasi einmal quer über die Skipisten der Dolomiten. Halt naja, eins war dann doch nicht so abwechslungsreich: das Wetter. Sonnenschein, strahlendblauer Himmel und Schnee in schier unendlichen Massen während der kompletten Woche. Ein Reisebericht.

Die Anreise

Ich machte mich bereits am Sonntag Mittag mit dem Auto auf den Weg nach Italien. Bei frühlingshaften Temperaturen, es waren im Schnitt wohl so um die 15 Grad, angenehm leeren, LKW-freien Autobahnen, wechselnder Landschaft und viel Sonne vergingen die fünf Stunden Fahrt von Walkersbrunn in Franken bis nach Welsberg im Pustertal wie im Flug. Naja, wobei, ich hatte es auch nicht eilig und war eher auf gemütliches cruisen – Sonntagsausflug eben – eingestellt. Ich glaube, so Sprit sparend war ich mit dem Auto noch nie unterwegs.

Ich kam gegen 17.30 Uhr am Hotel Dolomiten, meiner Unterkunft für die folgenden fünf Tage, in Welsberg an. Nach einem kurzen Plausch mit Georg und Herta Sonnerer, den Hoteliers und dem Entladen des Autos ging’s dann auch direkt und ziemlich unverhofft los. Lagebesprechung.

Ich lernte einen Teil der Gruppe für den morgigen Skitag und Ski-Guide Pauli Hellweger kennen. Wir besprachen das Programm der kommenden Tage. Naja, vielmehr erklärte Pauli, was uns die nächsten Tage erwartet. Ich lauschte gespannt – schließlich hatte ich ja noch nie eine Skisafari gemacht und war entsprechend neugierig.

Und danach war’s auch fast schon Zeit für’s Abendessen. Fünf-Gänge-Menü. Yummie, yummie.

Die Skido Skisafari

Die Skido Skisafari ist ein gemeinsames Angebot von fünf Hotels in Welsberg: Hotel Dolomiten, Hotel Christof, Hotel Goldene Rose, Apart Hotel Sunnleit’n und das Hotel Weisses Lamm.

Der Grundgedanke dabei ist eigentlich so einfach wie genial: den Safari-Teilnehmer in 3 Tagen die Pistenvielfalt der wirklich schier unendlich großen Skigebiete in den Dolomiten zu zeigen und näher bringen. Zwar grob geplant, aber immer mit Platz für individuelle Wünsche der Gruppe.

Pauli Hellweger: unser Skiguide und Skilehrer während der Skido Skisafari in den Dolomiten

Pauli Hellweger: unser Skiguide und Skilehrer während der Skido Skisafari in den Dolomiten

Um den reibungslosen Ablauf kümmert sich dabei der staatlich geprüfte Skiklehrer Pauli Hellweger. Und ums gleich mal vorgezunehmen: er macht das wirklich hervorragend. Ich hätte es, ich bin für gewöhnlich eigentlich lieber auf eigene Faust auf den Skipisten unterwegs, nicht für möglich gehalten, das geführte Skitage soviel Frohsinn bereiten können. Ich glaube, das ist aber zu einen großen Teil vom Guide abhängig. Pauli merkt man die 20 Jahre Skilehrer, die Erfahrung als Skirennfahrer im Europacup und die Leidenschaft für den Sport im Schnee extrem an. Außerdem habe ich ihn als sehr angenehmen Zeitgenossen kennengelernt und ich glaube nicht, das wir das letzte Mal zusammen in den Dolomiten unterwegs waren.

Falls sich noch jemand fragt, wofür das do in Skido steht – und ich als Grafiker hab‘ mich das natürlich gefragt – es steht Dolomiten.

Dank Skiguide Pauli überhaupt nicht notwendig: der Blick auf den Pistenplan

Dank Skiguide Pauli überhaupt nicht notwendig: der Blick auf den Pistenplan

Pauli selbst sagt über Skido, es ist „eine Mischung aus Skifahren, Erlebnis und Technik“ Denn falls jemand möchte, gibt Pauli auch individuelle Tipps oder fährt Übungen, mit denen man den eigenen Fahrstil verbessern kann. Aber ganz ohne sich aufzudrängen – der Fahrspaß – und nicht die lehrbuchmäßig korrekte Carvingtechnik – steht ganz klar im Vordergrund.

Tag 1: unterwegs in den Sextner Dolomiten

Die Ziele des ersten Tages waren die Skigebiete Helm und Rotwand in den Sextner Dolomiten.

Es ging um 8.45 Uhr los. Ein Teil der Gruppe, wir waren sechs Skifahrer, starteten vom Hotel. Wir wurden von der Hotelchefin im Kleinbus von Welsberg nach Sexten chauffiert, wo wir uns mit dem zweiten Teil der Gruppe und Pauli trafen – und dann auch gleich durch starteten.

Wobei es deutlich weniger hektischer war, als es vielleicht klingt, denn für unseren Guide Pauli, ein ziemlich lässiger Typ, steht das Erlebnis, der Spass und ein möglichst gelungener Skitag im Vordergrund. Die Anzahl der gefahrenen Pistenkilometer sind dafür eher nebensächlich, wie er sagt. Pauli spricht hier ganz bewusst vom entschleunigen – Abwechslung vom Alltag zu schaffen und wie schon erwähnt, ein tolles Erlebnis zu generieren.

Falls jetzt jemand denkt, das Unterfangen klingt dann doch mehr nach Kaffeefahrt als nach Skifahren – ich dachte das nach den ersten Schwüngen jedenfalls – dem sei gesagt – dass die Bögen um die schwarzen Pisten eher selten waren. Nachmittags stand dann auch die Holzriese mit 71 % Gefälle auf dem Plan. Natürlich reichte uns bei den Traumverhältnissen einmal nicht – so dass es insgesamt 4 Abfahrten auf der Piste wurden.

Zumindest für diejenigen in der Gruppe die wollten. Pauli fuhr sie nur einmal und begleitete die folgenden Male die Gruppe, die sich für die Umfahrung der Holzriese auf einer roten Piste entschlossen haben.

Aber Pauli lässt die Ski auch mal laufen, sofern es die Pisten zu lassen, man nicht falsch abbiegen oder sich sonst wie verlieren kann. Ich hatte mit 75 km/h auf der GPS Uhr schon Probleme, dran zu bleiben. Musste ich aber auch nicht.

Unser Guide sagte, falls die bevorstehende Abfahrt etwas schneller wird – weil sie länger ist, ins Tal geht, etc, dass das jetzt kommt und bittet explizit, dass jeder sein eigenes Tempo fährt. Find ich extrem gut so.

Alles in allem ein klasse Einstieg in die Woche.

Tag 2: Cortina d‘ Ampezzo

Heute ging es etwas früher los. Wir starteten bereits um 8.15 Uhr mit dem Kleinbus, weil die Anfahrt rund 40 Minuten in Anspruch nahm.

„Die Dolomiten sind halt die Dolomiten. Da ka ma nix machen.“ Zitat Pauli Hellweger

„Die Dolomiten sind halt die Dolomiten. Da ka ma nix machen.“ Zitat Pauli Hellweger

Cortina d‘ Ampezzo: landschaftlich ultra geil, manche frei gespannten Seilbahnkonstruktionen wussten zu beeindrucken ohne auch nur einen Meter damit gefahren zu sein. Die Skipisten waren wieder total leer und ich glaube, der Schnee war noch einen Tick besser als am Vortag – wobei es auch am Vortag schon nichts zu beanstanden gab.

Im Jahr 1954 fanden die olympischen Winterspiele in Cortina d‘ Ampezzo statt. Stellenweise hatte man den Eindruck, dass seitdem an manchen Liftanlagen nichts mehr gemacht wurde und die Fördergeschwindigkeit doch eher in die Rubrik „gemächlich“ fällt.

An Tagen wie wir sie erleben durften ist das auch überhaupt kein Problem, aber bei viel Andrang oder schlechtem Wetter kann das Liftfahren schon zur nervigen Pflicht werden.

Vormittags bearbeiteten wir die Pisten von Tofane, bevor wir kurz vor der Mittagspause in den Skibus stiegen und rüber zu den Cinque Torri fuhren.

Tag 3: Kronplatz

Am Mittwoch zeigte uns Pauli den Kronplatz. Hier ist schon die Anreise eher außergewöhnlich. Wir kamen mit dem Zug. Und das auch noch ziemlich komfortabel. Man stolpert vom Hotel in Welsberg zweimal über die Straße, es sind wohl 100 m, und schon steht am Bahnhof.

Von Welsberg aus fährt man zwei Stationen Richtung Kornplatz, steigt aus, muss ca. 15 m laufen und kann direkt in die Gondel einsteigen. Und dann auch noch die wahrscheinlich längste Gondel, mit der ich je gefahren bin: 1200 hm nach oben und schon steht man oben am Kronplatz.

Wem der Transport des ganzen Skigeraffels tagtäglich zu aufwendig ist, kann es auch im ultramoderen Skidepot am Bahnhof deponieren. Lohnt natürlich nur, wenn man mehrere Tage hier fährt.

Der Kronplatz präsentierte sich heute, für mich zum ersten Mal, wie auch die anderen Gebiete während der Skisafari die Tage zuvor, bei herrlichem Sonnenschein von seiner schönsten Seite.

Unsere Gruppe war deutlich kleiner, fahrerisch ziemlich ausgeglichen, die Pisten extrem leer und noch viel, viel breiter. Heute haben wir auch deutlich gemerkt, dass unser Guide Pauli hier am Kronplatz 15 Jahre lang eine Skischule aufgebaut und geleitet hatte. Er kannte gefühlt jeden Dritten. Da fühlt man sich doch gleich noch besser aufgehoben, als man sich sowieso schon fühlt.

Aber trotz der optimalen Rahmenbedingungen ließen wir es heute etwas ruhiger angehen – wir waren ja auch schon den dritten Tag in Folge – im Schnitt doch recht ordentlich – unterwegs.

Am Kronplatz gefielen mir vor allem die abwechslungsreichen Pisten. Angefangen bei unendlich breiten Pisten mit der idealen Neigung zum Carven bis hin zur richtig knackigen, schwarzen Abfahrten, wie beispielsweise die endlos lange Sylvester-Abfahrt hinunter nach Bruneck.

Der Schnee war im allgemeinen auch hier am Kronplatz immer gut – zumindest für mich. Mir hat’s den ganzen Tag tierischen Spass gemacht. Natürlich liegt es in der Natur der Sache, dass bei ganztägigen Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen die Pisten im Verlauf des Tages ein bisschen weicher werden – manche würden es eventuell auch sulzig nennen. Aber mir war das egal. Ich fahr die etwas weicheren Pisten am Nachmittag genau so gerne wie die ultragriffigen Pisten am Morgen. Und wenn die Sonne scheint, ist mir der Rest eigentlich, naja, egal …

Am Kronplatz ist aber aufgefallen, dass er etwas mehr auf Trubel und Andrang und überhaupt auf alles ein bisschen mehr ausgelegt ist. Is halt so, macht ja nix.

Den Tag haben wir genau so lässig beendet wie wir ihn begonnen haben. Mit den Zug. Aber vorher fuhren wir – wieder – eine turbolange, für Snowboarder etwaig etwas suboptimale Piste mit einer Länge von ungefähr 6 km hinunter nach Percha, mussten noch mal kurz in die Gondel steigen, die uns über ein etwas tieferes Bachbett beförderte.

Dann stiegen wir aus, gingen ein paar Schritte, die 15 Meter, warteten fünf Minuten und stiegen in den Zug zurück nach Welsberg.

Super Lösung: links die Gondel ins Skigebiet und rechts schon die Bahngleise

Genial gelöst, wie ich finde: links die Gondel ins Skigebiet und rechts schon die Bahngleise

Lässig auch, dass man ab Winter 2014/15 mit dem Skizug auf die gleiche Weiße bis nach Vierschach fahren können soll und man dann genau so leicht in die Sextner Dolomiten und damit die Skigebiete Rotwand und Helm kommt.

Tag 4: Sella Ronda

Heute ging es mal wirklich ordentlich früh los. Um 7.45 Uhr holte uns Pauli mit seinem Kleinbus ab und wir brachen auf nach Corvara. Wir stiegen hier in die Sella Ronda ein.

Anfahrt nach Covara in Alta Batia mit Paulis Kleinbus

Anfahrt nach Covara in Alta Batia mit Paulis Kleinbus

Ich bin die Sella Ronda im Jahr 2009 schon ein mal gefahren, allerdings gegen den Uhrzeigersinn. Damals dachte ich mir eher so sodala, all zu toll war das jetzt ja wohl nicht. Mehr so Zubringerlifte fahren. Kann man machen, muss man aber nicht.

Heute war das alles ganz anders. Man kam gut durch, auch wenn zu Beginn der Andrang etwas größer war. Es kam sogar ordentlich Fahrspaß auf. Ich hatte in keinster Weiße das Gefühl, so wie damals, dass wir nur von einem Zubringerlift zum Nächsten zogen. Nein, wir sind richtig Ski gefahren.

Aber sogar noch mehr: Während der vielen Liftfahrten gab mir Pauli noch wertvolle Tipps, wie ich meinen Fahrstill verbessern bzw. noch mehr in Richtung „perfekts carven“ optimieren kann. Quasi im vorbeigehen. Während der Abfahrten trainierte ich fleißig.

Wir waren, obwohl wir es gemütlich angehen haben lassen, trotzdem ziemlich flott unterwegs und immer gut in der Zeit. So bot sich nach der Mittagspause die Gelegenheit, einmal die berühmte Abfahrtsstrecke Saslong zusammen mit Guide Pauli zu fahren. Während meines ersten Aufenthalts im Grödner Tal war die Saslong einfach nur eine schwarze Piste, die auch eine Rennstrecke ist.

Aber jetzt weiß ich, dass die Piste Saslong ihren Namen von dem hinter ihr empor ragenden Gesteinsmassiv hat, welches im Italienischen ebenfalls Saslong heißt oder ins deutsche übersetzt Langkofel. Aber wie klingt den schon Langkofel? Kenn‘ die Kamelhöcker auf der Piste und hab eine Vorstellung von wo bis wo die Fahrer während eines Rennes springen. Um nur mal exemplarisch ein Beispiel für den vielen Input der vergangenen Tage in Bezug auf die bekannten Rennstrecken, die markanten Berge, etc. zu nennen.

Das Wetter war heute wieder Bombe und die Pisten bis in den Nachmittag ebenfalls. Dann wurden sie aufgrund der extremen Sonneneinstrahlung doch ein bisschen sulzig, aber noch immer gut fahrbar.

Alles in allem auch ein gelungener Skitag mit viel Fahrspass und ein super Abschluss für die viertägige Skisafari.

Mein Fazit

Ich fand‘ die vier Tage Skisafari phänomenal und bin glücklich, dass ich dabei sein durfte. Die Skigebiete sind alle samt gigantisch und jedes hat seinen besonderen Reiz. Mir persönlich haben am Besten Cortina d‘ Ampezzo, wegen der gigantischen Kulisse, und der Kronplatz, wegen seiner ultrabreiten Pisten, die die Herzen des gemütlichen Carving-Skifahrers höher schlagen lassen.

Skido ist ein interessantes Angebot, um in sehr kurzer Zeit die Highlights der einzelnen Skigebiete zu „erfahren“ und auch um zur richtigen Zeit am richtigen Hang zu sein. Den woher soll ich den als Gebietsneuling wissen, wann wo nachmittags der Schnee sulzig ist, falls er sulzig ist. Unser Guide wusste es. Immer.

Ich glaube nicht, dass ich persönlich und privat an Skido teilgenommen hätte. Dafür bin ich selber viel zu gerne ein Entdecker und wusle mich lieber, wenn es sein muss auch ganz alleine, selbstständig durchs Skigebiet. Aber wer gerne in Gruppen fährt, auch an Hintergrundinfos zu den Skigebieten, Bergen und dem aktuellen Tagesgeschehen vor Ort interessiert ist, in kurzer Zeit viel, aber nicht zu viel – Stichwort Reizüberflutung – sehen will und dabei vielleicht auch seinen Fahrstil ein bisschen verbessern möchte, ist bei Skido Dolomites bestens aufgehoben. Und ganz nebenbei: der Spass kommt dabei auch nicht zu kurz.

Wobei ich es auch zu schätzen wusste, nie in den Liftplan schauen müssen. So konnte ich mich mehr auf’s Genießen und das Fotografieren konzentrieren. Hehe.

Was ich auch nicht verschweigen will: Ich wurde vom Tourismusverband Kronplatz eingeladen, an der Skisafari teilzunehmen. Dabei entstanden mir für Hotel und Skipass keine Kosten. Und trotzdem glaube ich, dass der Inhalt dieses Artikels davon nicht beeinflusst wurde und meine Meinung wieder gibt – durchwegs positiv. Was aber bei den Wetter-, Schnee-, und Pistenbedingungen, wie ich sie vorfand, auch fast gar nicht anders möglich sein kann; bei einem leidenschaftlichen Skifahrer wie mir. Hehe.

5 Kommentare

  1. Christian,

    es ist ein sehr toller Reisebericht und die Dolomiten sind immer eine Reise wert!
    Du konntest nun selber erfahren und bei TOP-Bedingungen warum wir uns alle
    Jahre auf Arabba freuen.

    Ski-Heil(Geil)
    Sums

  2. Pingback: Auf Skido Skisafari in den Dolomiten

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